RottnRoll

Den Gürtel enger schnallen

Als Dogfather war es heute meine Pflicht, mit meinen Mitbewohnern, angesichts leerer Tierfutter-Regale, über mögliche Rationierungs-Maßnahmen zu diskutieren. Wir haben zunächst über den furchtbaren Krieg gesprochen und dass wir zu unseren Idealen stehen und wir uns nicht den Forderungen eines aggressiven Spinners unterwerfen dürfen. Sie haben mir zugestimmt, denn gerade Holly kann aggressive Spinner, die uns angreifen wollen, nicht ausstehen.
So weit – so gut. Danach wollte ich übers Futter sprechen. Ein Thema, daß meine Mitbewohner eigentlich sehr gerne besprechen. Doch diesmal wollte ich über Rationierung und Kosten sprechen.
Es geht um den Gürtel, den wir enger schnallen müssen. Diese Ausführung meinerseits, kam nicht sonderlich gut an und ihre Blicke wurden immer unverständiger und fragender.

Ich richtete mich zunächst an Timmy, der ja als der Ältere und Nachdenklichere, mir immer etwas zugänglicher erschien, was gute Argumente betraf.
Ich beschrieb ihm die Situation. Dass sich die Regale in den Supermärkten, was ihr Lieblingsfutter betrifft, mehr und mehr leeren und wir womöglich darüber nachdenken müssten…
Weiter kam ich nicht, denn er schaute mich mit seinen großen Mops-Augen fragend an, als wollte er sagen: „Wieso? Was stimmt denn mit meinem Futter nicht?!?“

Ich brach dann diesen Versuch ab und wendete mich an Holly. Die ja als Mädchen viel mehr Verständnis für komplexe Sachverhalte mitbringt und irgendwie emphatischer ist. Ich sagte: „Holly, du als Rottweilerin, du hast doch sicher Verständnis. Überall wird alles mehr und mehr sanktioniert, wir müssen, was dein Futter betrifft…“
In diesem Moment entfuhr ihr ein kurzes Jaulen, gefolgt von einem durch und durch verständnislosen Blick. Ich brach dann auch dieses Gespräch umgehend ab.

Ich muss feststellen, dass wir hier auf keinen Konsens kommen. Während sie da so saßen und mich nach wie vor verständnislos anstarrten, fuhr ich einfach fort und sagte:
„Also liebe Holly, lieber Timmy, ich habe beschlossen, den Gürtel enger zu schnallen und ab sofort weniger zu essen. Aber keine Sorge, euch betrifft das nicht.
Macht euch keinerlei Gedanken, ich wollte euch nur darüber informieren, dass ich jetzt eine Diät mache und weniger esse, was für euch mehr Futter im Napf bedeutet.“

Sofort fuhr der Schrecken aus ihren Gesichtern, sie wedelten freudig und auf die Ankündigung meiner zukünftigen Diät, gab es erstmal ein Leckerlie und eine Bockwurst oben drauf.
Natürlich nicht für mich, ich bin ja jetzt auf Diät.

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